1990 Francesco Giuntini in Rufina Er wird seinem Ruf gerecht, gut haltbar zu sein. Schön gereifter Chianti,
kein Kirschsaft, aber gute Tannine und gesunde Säure, die ihm durchaus noch
eine Zukunft versprechen. Macht Spaß zu trinken, zeigt sich in besserer Form
als der Riserva 90 von Felsina (auch gerade getrunken, war nicht schlecht
und besser als die 90er Rancias, die ich erinnere). Wie ist wohl der
Buccerchiale 90? Demnächst bei den Weinfreunden mal ein Selvapiana-Session;
da ist genug da.
2000 Roberto Anselmi Dieser im Recioto / Passito – Verfahren erzeugte Süßwein aus dem Veneto
offenbart deulich den Botrytis-Befall seiner Trauben – Noten von Mandeln,
Marzipan, etwas (Sauer)kirschen, viel Schmelz, viel Süße, die durch die
ordentliche Säure sehr gut abgepuffert ist. Am Gaumen vielschichtig und
komplex, extraktreich, aus dem Holz Karamellnoten. 90 Punkte
1997 Villa S. Anna Dieser von drei Damen aus Montalcino produzierte Wein ist
im optischen Vergleich eher das Gegenteil zu seinen
Erzeugerinnen: er erinnert mich an den Hustensaft aus meiner
Kinderzeit – rose-bräunlich mit “Bröckchen”. Im Glas
sirupartige Konsistenz; in der Nase verbreitet er einen sehr
intensiven, aber gleichzeitig zarten und feminen Duft.
Kandierten Früchte, feinstes Holz, und florale Aromen,
Orangenmarmelade. Dieser Wein umschmeichelt mit seiner
Aromenvielfalt die Zunge, fast ölig und doch mit viel Druck -
man kann sich diesem Wein nicht entziehen! Für mich der
Inbegriff eines gelungenen Vin Santos. 96 Punkte
2000 Roberto Anselmi
alt="Recioto di Soave I Capitelli 2002 - Anselmi"
src="http://www.notonlywine.com/images/capitelli_anselmi_big.jpg"
width="91" border="0" />
Dieser Recioto di Soave verheimlicht die Botrytis seiner
Trauben keineswegs; Aromen von Mandeln, Marzipan und
kandierte gelbe Früchte sind höchst angenehm. Der Wein
besitzt viel Schmelz, viel Süße, die durch die Säure gut
abgepuffert ist – am Gaumen vielschichtig und komplex, sehr
extraktreich, schöne Karamellnote vom Holz, tolles Finale. 90
Punkte
2001 Erbhof Unterganzner
Bester Rotwein Italaliens – dieses Prädikat hat Luca Maroni
dem 2001 Lamarein vom Erbhof Unterganzner aus Kardaun/Bozen
in seiner Ausgabe 2004 verpasst. Der Gambero Rosso (2004,
S.262) hat ihm die drei Gläser nur vorenthalten, weil “es
fast unmöglich ist, auch nur ein Exemplar von ihm im freien
Verkauf ausfindig zu machen. Trotzdem hier ein Phantombild:
von undurchdringlicher Farbe; ein tiefen Bukett von reifen
Brombeeren; konzentriert bis zum letzten Tropfen der
Geschmack, das kompakte Tannin wird von der überquellenden
Frucht in Schacht gehalten; und dann ein Finale bei dem
keiner mehr auf die Uhr sieht. Ein exzessiver Wein gewiss,
aber einer, der sich keine Freiheiten herausnimmt.”
Dieser Beschreibung kann man grundsätzlich wenig hinzufügen,
nur im letzten Teil möchte ich widersprechen – dieser Wein
nimmt sich alles heraus, er ist in seiner Art absolut
einzigartig. Dies muß jeder bestätigen, unabhängig davon , ob
er den Wein mag oder nicht. Dieser Wein ist so eigenständig,
dass eine Verwechselung mit einem anderen Wein unmöglich
ist. Der Lamarein - partiell aus getrockneten
Lagrein-Trauben bereitet – ist ein Ausbund an
Kraft, Alkohol und Finesse; hat man einmal die
Geruchsspur aufgenommen, möchte man gar nicht mehr davon
ablassen: Schlehen, Pflaumen, orientalische Gewürze, Feigen,
Sanddorn, weißer Pfeffer – unglaublich, dies sind nur ein
paar Eindrücke, die dieser Wein vermittelt. Am Gaumen
präsentiert er Opulenz und Frucht – gepaart mit einem
wunderbar kräftigen, aber gleichzeitig sehr körnigem Tannin.
Trotzdem ist es ein Männerwein, denn trotz aller Frucht
packt er zu, er nimmt Dich voll und ganz für sich ein.
Trotz aller fruchtigen Opulenz, Kraft und dem kräftigen
Alkohol (15,5% Alc) hat mich dieser Wein aufgrund seiner
Harmonität und Eleganz überzeugt. Er spielt mit seinen
üppigen Anlagen auf der Basis eines unglaublich festen
Rückgrades und einem Körper, bei dem man das Glas neidisch
betrachtet, wenn man an den eigenen dabei denkt.
Im Ansatz ist der Lamarein am
ehesten mit einem großen Amarone vergleichbar. Das
Alterungspotential ist groß und ich bin gespannt, wie dieser
wein nach 5-10 Jahren daherkommt. 97 Punkte
0090
Weinprobe bei Helmut
| Wein | style="color: rgb(255, 255, 255);">Jahrgang |
style="color: rgb(255, 255, 255);">Bemerkungen
|
|---|---|---|
| Brunello Montalcino il Poggione | 1990 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| Giorgio Regni Chianti Classico | 1990 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| Elio Grasso Barolo | 1989 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| Rocce di Manzoni Barolo | 1989 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| Chateau la Nerthe, Chauteauneuf du Pape | 1989 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| Barbera d’Alba Fontanile | 1990 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
| I Sodi di S. Niccolo | 1990 | style="vertical-align: top; background-color: rgb(255, 255, 255);"> |
Schön war’s – wie immer bei Helmut !

