Georg Breuer – Salz der Erde 2023
Salz der Erde 2023 ist Riesling für Leute, die eigentlich keinen Riesling mögen – Nase voll Honig und Apfel, im Mund aber eher wie ein straffer Chardonnay unterwegs, bevor im Abgang eine ordentliche Prise Meersalz über die Zunge weht. Das ist nicht der verspielte Pfirsich-Rheingau, sondern ein karger Gebirgsbach aus Glas: Feuerstein, Kreide, Zitruszesten, Lavendel, Nektarine, dazu saftige Textur und dezente Bittertöne, die richtig Lust auf den nächsten Schluck machen. Die alten Reben aus steilen Lagen auf Schiefer und Quarzit liefern die salzige Mineralität, Theresa Breuer packt das alles schnörkellos trocken und präzise in die Flasche – ein ernstzunehmender, lagerfähiger Weißwein, der trotzdem vollkommen unprätentiös bleibt. Für alle, die “salzige” Weine lieben, ist das hier ziemlich nah an der Idealvorstellung.
Wein: Salz der Erde Riesling 2023
Weingut: Weingut Georg Breuer
Region: Rheingau, Deutschland
Winzerin: Theresa Breuer
Rebsorte: 100% Riesling
Stil: trocken, mineralisch-salzig, straff
Herkunft & Lagen:
Trauben aus Rheingauer Steillagen auf steinigen Lehmböden mit Quarzit- und Schiefereinschlüssen.
Ein Teil der Trauben stammt aus der Lage Krone (wärmer, reiner Schiefer), die dem Wein zusätzliche Reife und Struktur verleiht.
Rebstöcke teils bis zu 55 Jahre alt, südwestlich exponiert, stark vom Hunsrückschiefer und Taunusquarzit geprägt.
Ausbau:
Spontangärung, überwiegend im Edelstahltank, ein Teil aus der Lage Krone im traditionellen Eichenfuder ausgebaut.
Langer Hefekontakt für Textur und Balance, Ausbau konsequent auf Trockenheit und Trinkfluss ausgerichtet.
Farbe:
Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen, klar und brillant.
Duft (Nase):
Honig und frischer Apfel, dazu helle Pfirsichfrucht und Zitronenschale.
Deutliche Feuerstein- und Kreidenoten, florale Anklänge von Lavendel, etwas Orangenabrieb und Nektarine.
Wirkt kühl, sehr klar und ausgesprochen expressiv für den sonst eher kargen Breuer-Stil.
Geschmack (Gaumen):
Schlank und straff, im Mund eher an einen präzisen Chardonnay erinnernd als an klassischen, fruchtbetonten Riesling.
Saftiger Auftritt mit Zitrusfrucht, heimischen Obstnoten (Apfel, Birne) und feinem Schmelz.
Dezente, animierende Bittertöne (Grapefruitschale, Zitronenzeste) sorgen für Grip.
Die Textur ist kompakt und ausgewogen, mit einer kühlen, gebirgsbachartigen Klarheit.
Abgang:
Langer, trockener, sehr mineralischer Nachhall mit deutlich salziger Note – ein „salziger“ Finish,
das dem Namen alle Ehre macht. Zitrusabrieb, etwas Kräuterwürze und Kreide bleiben am Gaumen haften.
Charakter:
Rassig, kühl und seriös, dabei ungemein einladend zu trinken.
Ein trockener, ausdrucksstarker Riesling mit klarer mineralischer Signatur,
der auf Salinität, Struktur und Lagerfähigkeit statt auf vordergründige Frucht setzt.
Modern gedacht, aber tief in der Rheingauer Tradition verwurzelt.
Serviertemperatur:
9–11 °C. Nicht zu kalt servieren, damit die salzige Mineralität und die Textur zur Geltung kommen.
Trinktyp:
Für Fans von salzigen, präzisen Weißweinen, die eher Struktur als Primärfrucht suchen.
Spannend für Riesling-Skeptiker, die sonst lieber Chardonnay oder andere burgundische Weißweine trinken.
Besonderheiten:
Teil einer kleinen Serie von Weinen, die den Fokus auf salzige, lagerfähige Weißweine zu einem
noch zugänglichen Preis legt. Der 2023er Jahrgang gilt im Weingut als besonders saftig,
dabei klar und präzise im Ausdruck.