Primonero
Primonero 2005 Li Veli
Ein typisches Cuvee aus Apulien: Negroamaro und Primitivo - Die Klassiker aus dieser Region. Hinter dem Erzeuger Li Veli stehen die Gebrüder Falvo, welche auch Avignonesi betreuen.
Tiefes, dunkles Rot aber leider etwas schwach in der Nase, da hatte ich mir nach der Beschreibung mehr erwartet. Kräftige, komplexe und süße Beerentöne, allerdings ein im Abgang dominanter Bitterton, der mich stört.
Im Moment ist dieser Wein noch nicht trinkreif, schaun mer mal ...
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I Capitelli
2000 Roberto Anselmi
Dieser im Recioto / Passito - Verfahren erzeugte Süßwein aus dem Veneto offenbart deulich den Botrytis-Befall seiner Trauben - Noten von Mandeln, Marzipan, etwas (Sauer)kirschen, viel Schmelz, viel Süße, die durch die ordentliche Säure sehr gut abgepuffert ist. Am Gaumen vielschichtig und komplex, extraktreich, aus dem Holz Karamellnoten. 90 Punkte
Vin Santo
1997 Villa S. Anna
Dieser von drei Damen aus Montalcino produzierte Wein ist im optischen Vergleich eher das Gegenteil zu seinen Erzeugerinnen: er erinnert mich an den Hustensaft aus meiner Kinderzeit - rose-bräunlich mit "Bröckchen". Im Glas sirupartige Konsistenz; in der Nase verbreitet er einen sehr intensiven, aber gleichzeitig zarten und feminen Duft. Kandierten Früchte, feinstes Holz, und florale Aromen, Orangenmarmelade. Dieser Wein umschmeichelt mit seiner Aromenvielfalt die Zunge, fast ölig und doch mit viel Druck - man kann sich diesem Wein nicht entziehen! Für mich der Inbegriff eines gelungenen Vin Santos. 96 Punkte
I Capitelli
2000 Roberto Anselmi
Dieser Recioto di Soave verheimlicht die Botrytis seiner Trauben keineswegs; Aromen von Mandeln, Marzipan und kandierte gelbe Früchte sind höchst angenehm. Der Wein besitzt viel Schmelz, viel Süße, die durch die Säure gut abgepuffert ist - am Gaumen vielschichtig und komplex, sehr extraktreich, schöne Karamellnote vom Holz, tolles Finale. 90 Punkte
Lamarein
2001 Erbhof Unterganzner
Bester Rotwein Italaliens - dieses Prädikat hat Luca Maroni dem 2001 Lamarein vom Erbhof Unterganzner aus Kardaun/Bozen in seiner Ausgabe 2004 verpasst. Der Gambero Rosso (2004, S.262) hat ihm die drei Gläser nur vorenthalten, weil "es fast unmöglich ist, auch nur ein Exemplar von ihm im freien Verkauf ausfindig zu machen. Trotzdem hier ein Phantombild: von undurchdringlicher Farbe; ein tiefen Bukett von reifen Brombeeren; konzentriert bis zum letzten Tropfen der Geschmack, das kompakte Tannin wird von der überquellenden Frucht in Schacht gehalten; und dann ein Finale bei dem keiner mehr auf die Uhr sieht. Ein exzessiver Wein gewiss, aber einer, der sich keine Freiheiten herausnimmt."
Dieser Beschreibung kann man grundsätzlich wenig hinzufügen, nur im letzten Teil möchte ich widersprechen - dieser Wein nimmt sich alles heraus, er ist in seiner Art absolut einzigartig. Dies muß jeder bestätigen, unabhängig davon , ob er den Wein mag oder nicht. Dieser Wein ist so eigenständig, dass eine Verwechselung mit einem anderen Wein unmöglich ist. Der Lamarein - partiell aus getrockneten Lagrein-Trauben bereitet - ist ein Ausbund an Kraft, Alkohol und Finesse; hat man einmal die Geruchsspur aufgenommen, möchte man gar nicht mehr davon ablassen: Schlehen, Pflaumen, orientalische Gewürze, Feigen, Sanddorn, weißer Pfeffer - unglaublich, dies sind nur ein paar Eindrücke, die dieser Wein vermittelt. Am Gaumen präsentiert er Opulenz und Frucht - gepaart mit einem wunderbar kräftigen, aber gleichzeitig sehr körnigem Tannin. Trotzdem ist es ein Männerwein, denn trotz aller Frucht packt er zu, er nimmt Dich voll und ganz für sich ein.
Trotz aller fruchtigen Opulenz, Kraft und dem kräftigen Alkohol (15,5% Alc) hat mich dieser Wein aufgrund seiner Harmonität und Eleganz überzeugt. Er spielt mit seinen üppigen Anlagen auf der Basis eines unglaublich festen Rückgrades und einem Körper, bei dem man das Glas neidisch betrachtet, wenn man an den eigenen dabei denkt.
Im Ansatz ist der Lamarein am ehesten mit einem großen Amarone vergleichbar. Das Alterungspotential ist groß und ich bin gespannt, wie dieser wein nach 5-10 Jahren daherkommt. 97 Punkte
Weinprobe Italien
0090
Weinprobe bei Helmut
| Wein |
Jahrgang |
Bemerkungen |
|---|---|---|
|
Brunello Montalcino il Poggione |
1990 |
rotbraun, anfängliche kräftige Maggi Note, erst sehr
verschlossen, dann aber super Frucht |
|
Giorgio Regni Chianti Classico |
1990 |
praktisch nichts in der Nase dafür explosiv im Mund, tolle
Kirsch-Aromen, tief rot und schmeckt noch jung - einer der
besten des Abends |
|
Elio Grasso Barolo |
1989 |
kräftige Nase, samtig, langer Abgang - baut aber am Ende
des Abends ab |
|
Rocce di Manzoni Barolo |
1989 |
unglaubliche Nase, voll und kräftig, leichter Alkohol-Ton
(14%), nicht ganz so harmonisch wie der Grasso |
|
Chateau la Nerthe, Chauteauneuf du Pape |
1989 |
Der Pirat - von der Nase her ein Italiener - aber im
geschmack typisch. Ziemlich süß, eigentlich zu süß |
|
Barbera d'Alba Fontanile |
1990 |
"... das ist was für Lehrer, nicht für gestresste
Manager..." (michael oder
Nils) |
|
I Sodi di S. Niccolo |
1990 |
Kork? Unreif? Fehler in der Nase? Wird mit der Zeit zwar
besser aber nicht gut |
Schön war's - wie immer bei Helmut !
Nebbiolo d'Alba, Podere di Rivalta
2001 Ascheri
Was der Barolo
von Ascheri nicht so ganz gehalten hat, macht der Nebbiolo
wieder gut.
Kräftiges Rot, gute Frucht in der Nase und im Mund. Würzig,
frisch und mit Druck. Allerdings kurz im Abgang.
Il Moscato
Mionetto
Sehr traubiger Moscato mit viel Frucht und schöner Süße. Wenn der Sommer schon nicht kommt, kann man ihn
zumindestens mit diesem Wein erahnen.
Ein idealer Sommerwein mit wenig Alkohol - meine Frau ist begeistert.
Dazu haben wir das Spiel des Jahres 2004 gespielt - "Zug um Zug":http://luding.org/Skripte/GameData.py/ENgameid/15607 - wunderbar!!! Einfache Regeln, viel Spannung und viele mögliche Strategien. Schon zu zweit ganz grosse Klasse, mal sehen wie es zu viert funktioniert.
Asili
1988 Produttori del Barbaresco
Welch positive Überraschung!
Farbe granatrot, wie es sein soll.
typische Nebbiolo Nase, Teer, gar nicht alt, deshalb auch schöne Aromen im Mund. Gute, aber nicht aufdringliche Säure, macht Spaß.
Generell wurde der Jahrgang 1988 unterschätzt, weil man 90 hochgejubelt hat.
Italienprobe bei
Helmut
Diesmal hatten wir einen besonderen Anlass: Michael Quentel hatte via Internet mit www.einfreun.de Kontakt aufgenommen, und wir wollten ihn kennenlernen; eigentlich sollte auch sein Freund Andreas mitkommen, der jedoch leider aus beruflichen Gründen verhindert war. Gegen 21:00 Uhr kam noch Christoph Fiege vom Weinhandel oxhoft hinzu, der mir ein paar Flaschen Österreicher gebracht hat, die ich bei ihm erstanden hatte.
Da Michael vorletztes Wochenende in Meran bei einer ganz großen Italienweingala war, habe ich 3 weiße und 3 gereifte rote Italiener ausgewählt; Christph brachte eine 1987er Torcolato mit.
Sven war leider verhindert wegen Elternrat (die Zeiten sind bei uns vorbei ... dem Herrn sei gedankt).
Die Weine:
- St. Valentin Chardonnay 1999
Zeigt in der Nase gutes Holz, keine penetranten Vanilletöne und keine Bonbonfrüchte. Das Holz ist auch im Mund präsent, wirkt gut eingebunden; Wein scheint jünger zu sein als er selbst ist (darüber waren sich alle einig). Ein sehr schöner, harmonischer Chardonnay, der sicher noch gute Zukunft hat. Ob sich ein solcher Wein gegen die auf Frucht und Holz getrimmten Weinchen jetzt durchsetzen kann, darf bezweifelt werden.
Der Gedanke kommt nach dem Lesen der unsäglichen Österreich-Chardonnay-Probe im neuesten Heft von Alles über Wein. Da landet einer der besten Chardonnays des Erdballs weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze, mit der Bemerkung "Zitrus in Kombination mit Barrique, jetzt trinken"; gemeint ist der Tiglat von Velich. Wie kann so ein krasses Fehlurteil entstehen, wenn wir annehmen, dass der Wein nicht fehlerhaft war? Zum einen sind viele dieser Leute unerfahren, trinken viel zu viele junge Wiene und versuchen im Stile einiger Weingurus (den in dem Heft in anderem Zusammenhang zu Wort kommenden Micheal Broadbend nehme ich hier ausdrücklich aus) die Weine in einzelne Komponenten zu zerlegen (florale und fruchtige Noten sind sehr beliebt, "gelbe Äpfel" als schmeckten die alle gleich), und da sind sie dann beim Tiglat nur auf ein paar Zitrusnoten gestoßen . Zum anderen sind unter den vielen Probenweinen,solche, die auf frühe Reife und schnelles Trinken mit einschmeichelnden Aromen gemacht sind, gegen die ein reifebedürftiger Riese keine Chance hat; man soll nicht alles durcheinander verkosten. - St. Valentien Pinot Grigio 1999
Auch hier gut eingebundenes Holz, angenehme Säure, harmonisch, als Grauburgunder schwer zu erkennen. - St. Valentien Sauvignon 2000
Hier waren die Meinungen geteilt: für die einen etwas zuviel grünes Cassis, für die anderen einfach sehr gut. Ich meine, dass es in anderen Jahrgängen noch bessere Sauvignons St. Valentin gibt.
- Michele Satta Vigna di Cavaliere 1996
Schön gereifter Sangiovese aus der Maremma. Nach dem Öffnen zuerst sehr unharmonisch mit süßlicher Holznote, würde bei einer Probe ohne späteres Nachkosten ganz schlecht abschneiden. Nach zwei Stunden Luft sieht das ganz anders aus. Kein Riese, aber gut. - Poggio Antico Brunello 1990
Einhellig der Star des Abends: großer, jetzt auf dem Höhepunkt sich präsentierender Brunello, wie ich lange keinen mehr getrunken habe. Perfekt gereifter großer Wein mit schönsten Sekundäraromen. - Bartolo Mascarello Barolo 1989
Eigentlich sollte er die große Überraschung werden, aber es war sehr schwierig. Ich hatte ihn ca. 5 Stunden vor dem Trinken geöffnet und zwischenrein öfter mal probiert und fürchtete schon einen Reinfall (viel Säure und Bitterstoffe); doch wie so oft beim Barolo helfen Zeit und Luft ungemein, so dass wir doch noch einen typischen Barolo im Glas hatten. Als ich den Wein zum ersten Mal bei Barolo Mascarello kurz vor dem Füllen, nachdem er schon assembliert war, verkostete (das war die Hochzeit meiner Barolo-Euphorie, als man sie noch bezahlen konnte), war ich vollkommen begeistert: Heute bin ich etwas enttäuscht, dennoch toller Wein - vielleicht die nächste Flasche...there are no good wines, there are only good bottles. Eben ein Abenteuer. - Maculan Torcolato 1987
einfach super, wie ich sie liebe diese süßen.
Dazu meine selbstgebackene Ciabatta mit (man höre und staune) Soprasada aus Palma de Mallorca und eine tolle Salami von der Ardeche aus Oles Vorräten: das passt besser zum Wein als jeder Käse, die eigenwillige Soprasada ist zum Weißwein wunderbar.
Fazit: beste Stimmung, tolle Weine, super: das nächste Mal am 1. Dezember bei Ole.
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