Feb 022003
 

1999 Domaine Leon Barral Barral

Neue Flasche geöffnet am 19.02.2004:


wieder toll.


extrem dunkle Farbe, braucht etwas Luft, zeigt sich dann schön, ohne glatt und geschleckt zu wirken. Zwischendurch auffallende Veilchenarmonen, die dann verschwinden und sich mit den anderen Komponenten vermählen. Das ist ja gerade das tolle an solchen Weinen, dass sie sich ständig verändern, immer etwas Neues bieten; das ist spannend und herausfordernd, nichts zum Wegsüffeln.


weiter


Barral ist zweifelsohne einer der jungen Stars am Languedocschen Weinhimmel, die anderen aus Faugeres wie Alquier oder Antonin werden auch noch hier besprochen werden. Zu Barral habe ich deshalb ein besonderes Verhältnis, weil es neben dem *Copa Santa von Clavel* gerade sein 98 Jadis war, der mich in eine so große Liebe zu den Weinen des französichen Südens fallen ließ und seither nicht mehr losläßt, was auch damit zusammenhängt, dass viele meiner früheren Liebschaften (Barolo 1990, Toscana 1990) doch zuviele – teure – Enttäuschungen verursachten, und dann wechselt man doch mal den Partner, der einen abends begleiten und erfreuen soll. Dies sollen keine Beschreibungen von verkostenen Weinen sein, sondern Erfahrungen und Erlebnisse, ja Abenteuer, die man mit einer Flasche Wein und dabei anwesenden Freunden machen kann. Damit will ich sagen, dass man eine ganze Flasche, am besten über zwei Abende verteilt, trinken, genießen, in Frage Stellen muss, um das Objekt seiner Begierde auch beurteilen zu können. Wenn ich mir das Riedel-Probierglas, das da vor mir steht, so anschaue, und dann im Text der Patentschritft lese, dass man mit diesem Glas 25 Portionen einer .75 Flasche verkosten kann, so frage ich mich immer, was diese Leute dann eigenlich anderes mitkriegen als einen kleinen Moment, und das ist mir zu wenig. Gehen wir zum Jadis 99: nach dem Öffnen noch leichte Gärtöne, was bei Barral nicht überrascht, und in der Nase Syrah (Die Farbe eines Weines finde ich nur dann erwähneswert, wenn sie allzuseht vom Gewohneten abweicht.) Nach einer Stunde präsentiert er sich schon sehr schön mit sehr feinen Tanninen und trotz der Intensität in einer eleganten Schlankheit, was wohl daher rührt, dass keine fetten Barriquenoten verhanden sind, obwohl er sicherlich neues Holz gesehen hat. Ein echter Terroir-Wein, wobei ich bei diesem Begriff immer sehr vorsichtig bin, da ich bei vielen Autoren den Eindruck habe: das muss auc noch erwähnt werden; im Faugeres jedoch handelt es sich um Schiefergestein, das den Weinen, die darauf wachsen, meist vorzüglich bekommt.

Share

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)